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Hyaluronidase-Injektionen

Ärztliche Hinweise zur Behandlung mit Hyaluronsäure (Fertigspritzen)
Wenn Sie als erkrankte Person diese kleine Information durchschauen, haben Sie sicher bereits leidvolle Erfahrungen mit Ihrer Arthrose gemacht. Schmerzen plagen Sie sicher bereits seit Wochen, Monaten oder schon seit einigen Jahren. Schmerzstillende Präparate haben Sie immer wieder eingenommen, vielleicht auch wegen Magenproblemen gewechselt. Die medizinisch-wissenschaftliche Forschung bemüht sich ständig und mit hohem Aufwand, neue Wege und Therapien zu finden, um den Patienten zu helfen. Die Schmerzminderung steht dabei im Vordergrund.

1.) Was ist eine Arthrose?
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung. Das bedeutet, dass die Funktion der Gelenke eingeschränkt ist und sich diese mit der Zeit verschlechtert. Manche sagen, dass es zum Altwerden dazugehört. Es ist aber auch so, dass andere Mitmenschen noch gut zu Fuß sind, während Sie möglicherweise schon nach kurzen Gehstrecken bzw. morgens beim Aufstehen Ihre Startprobleme haben. Die Morgensteifigkeit ist ja eines der typischen Symptome (Anzeichen) einer Arthrose. Während die Krankheit Arthrose den eigentlichen Gelenkverschleiß beschreibt, so muss man davon die Arthritis abgrenzen, die hautsächlich durch eine vorherrschende Entzündung (Schwellung, Rötung, Schmerz usw.) beschrieben werden kann. Die Arthrose macht sich an allen Gelenken, jedoch hauptsächlich an den Knien (Gonarthrose), bemerkbar. Auch andere Gelenke können befallen sein. Hier wären z. B. die Schultergelenke und die Finger- und Zehengelenke zu nennen. Die genauen Ursachen sind trotz intensiver Forschung nicht vollständig geklärt. Häufig fehlt die "Gelenkschmiere", die neben den anderen Faktoren wie Fehlhaltungen, Fehlbelastungen, mangelhafte Knorpelernährung und auch jahrelanges Übergewicht, diskutiert werden. Bewegungsmangel bzw. die Überbelastung mögen unter anderem eine Rolle spielen – auf jeden Fall der Unterschied zwischen Belastung und Belastbarkeit.

2.) Wie sieht eigentlich ein Gelenk aus?
Ein Gelenk ist dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Knochen zum Zwecke der Bewegungsmöglichkeit flexibel – aber trotzdem fest – verbunden sein müssen. Die Bänder halten die Knochen in der entsprechenden Stellung zusammen. Die Muskeln und die Sehnen ermöglichen die Entwicklung der Kräfte für die Bewegung, d.h. Laufen, Halten, Gehen. Die Schmierung, und damit der möglichst reibungslose Kontakt, wird dabei durch die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) gewährleistet. Im Gelenkspalt befindet sich die Synovialflüssigkeit, die in einer geschlossenen Haut, der Gelenkinnenhaut (Synovia) festgehalten wird. Neben den Nahrungsbestandteilen für den Knorpel befindet sich dort auch die Hyaluronsäure als "Schmiermittel" und Pufferelement des Knorpels.

3.) Und was ist eigentlich Hyaluronsäure?
Die Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der bei fast allen Lebewesen in der identischen Struktur zu finden ist. Sie kommt an verschiedenen Orten im Körper des Menschen vor, so unter anderem auch im Glaskörper des Auges und in den Gelenken. Man bezeichnet diesen Stoff auch als Glykoseaminoglykan (abgekürzt: GAG), und er besteht aus der intelligenten Verknüpfung von Eiweißen und zuckerartigen Molekülverbindungen. So entstehen sehr große Moleküle, die sich knäuelartig räumlich aufbauen. Durch diesen Aufbau sind sie elastisch bei Druck und Stoß. Sie federn ab und ermöglichen damit eine verschleißarme Bewegung. 

4.) Wie wird Hyaluronsäure angewendet?
Der Arzt injiziert die Hyaluronsäure mit einer Spritze unter Beachtung der erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen direkt in den Gelenkspalt, z. B. am Knie. Dadurch erhält das Gelenk wieder die nötige Schmierung und Elastizität des Knorpels. Diese Anwendung sollte, um einen überdauernden Effekt zu erhalten, in wöchentlichem Abstand, mit mindestens drei, besser fünf Injektionen in Form einer Kur erfolgen. Eine Nachuntersuchung bzw. Kontrolle ist danach zu empfehlen. In der Regel, so haben klinische Studien gezeigt, kann dann je nach Schwere der bisherigen Erkrankungen, von einer Schmerzreduzierung und einer besseren Beweglichkeit in dem behandelten Gelenk von über 9 - 12 Monaten ausgegangen werden, Mehrere Monate nach einer erfolgreichen Behandlung, wenn die Wirkung nachgelassen hat, kann eine neue Kur begonnen werden, wenn Sie als Patient es wünschen und der Arzt dies für sinnvoll hält.

5.) Was kann man als Patient zusätzlich tun?
Sicher hat Ihnen Ihr Arzt erläutert, dass zunächst nur eine Verbesserung der Beweglichkeit bzw. Schmerzreduktion mit einer Hyaluronsäure-Kur zu erzielen ist. Aber gerade diese Punkte beeinträchtigen Sie im täglichen Leben am stärksten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und fragen, was Sie selbst oder mit seiner Unterstützung noch tun können. Hier sind einige allgemeine Hinweise dazu: Ernährungsfragen besprechen (Vitamine, Übergewicht) Schmerzmittel (Tabletten, Spritzen) Wärmetherapie (im Winter!) Gezielte Gymnastik für das betroffene Gelenk

6.) Was kann man zusammenfassend sagen?
Eine Behandlungsserie mit Hyaluronpräparaten soll hauptsächlich die Beweglichkeit der Gelenke fördern und Schmerzen reduzieren. Dieses geschieht durch eine verbesserte Gelenkschmierung und eine verbesserte Ernährung der Knorpel der betroffenen Gelenke, wodurch das Fortschreiten der Arthrose gemindert wird. Die Entzündung wird zurückgedrängt und der Knorpel kann sich erholen. Somit ergeben sich längere Phasen der Schmerzminderung.